Sommer 2000 · Hofgeismar (Nordhessen)
 
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Dies und mehr von Tibor auf der MalePerceptions CD 2000.
 

 
 

 
 
 

Es war sehr dunkel im Houseclub Gleis 1 in Kassel, als ich Tibor in der Ferne sichtete. Ich war damals, im Aug 2000, in Deutschland auf Urlaub - und natürlich gleich am Feiern. 

Ich beobachtete ihn ein bißchen, und als klar war, daß er "Modelmaterial" ist, ging ich auf ihn zu und fragte ihn wie üblich, ob er Interesse hätte zu modeln.
 

Er schaute mich fragend an, und tippte dann mit dem Finger an den Kopf. Erst glaubte ich, er würde mir den Vogel zeigen, doch dann sah ich erst, daß etwas mit seinem rechten Auge nicht stimmte. 

Tibor hatte als Baby eine Augenkrankheit, wurde auf einem Auge operiert, und verlor dabei das Augenlicht. Das Auge lief aus, wie man sagt. Er sagt, das gehöre zu ihm, das sei er, und er möchte sich kein Glasauge einsetzen lassen. Eine sehr respektable Haltung, aber man zuckt beim ersten mal schon etwas zusammen, wenn man ihm in die Augen sieht.
 
 


 

Das ändert überhaupt nichts daran, daß Tibor ein bildhübscher Junge ist - ebenso hübsch und einzigartig wie sein Name. Schmale Wangen, hohe Wangenknochen, naturblondes Haar. Sehr germanisch, wenn auch seine ausgeprägten Massetermuskeln (Backenmukeln) einen slawischen Einfluß verraten. Mittlerweile interessieren sich zwei Agenturen für ihn, trotz oder gerade wegen seines Auges. 

Jedenfalls gab ich Tibor mein Kärtchen, redete ihm gut zu, rechnete aber ehrlicherweise nicht damit, daß er sich melden würde. Es hat keine Woche gedauert bis wir unser Shoot hatten. Und zu meiner Überraschung legte er seine anfängliche Schüchternheit schnell ab und poste hervorragend. 
 
 


 

Er schaute so natürlich und locker in die Kamera, daß ich mich fragen mußte, wieviel Streß man sich doch macht, wenn man mal ein Pickelchen hat oder glaubt, schlecht auszusehen. Und da ist jemand, der eine so auffällige Behinderung hat, daß Passanten den Kopf drehen, und er nimmt das so locker und schert sich überhaupt nicht darum. Eine Bestätigung des alten, abgedroschenen Spruches "Einen schönen Mann entstellt nichts". 

Übrigens fällt einem "das Auge" dann einiger Zeit gar nicht mehr auf. Man schaut Tibor an, unterhält sich mit ihm und denkt keine Sekunde daran. Es scheint eine Eigenschaft des Gehirn zu sein, negative oder auffällige Merkmale einer Person, die "nicht ins Bild passen", einfach im Bewußtsein "wegzuretouchieren". So kommt es wohl, dass man alle Menschen, die man mag, irgendwie schön findet und sich freut, sie "zu sehen". Ganz schön faszinierend. 

Und so wohlwollend das Gehirn zum Freund ist, so streng ist es gegenüber einem selbst: Dinge, die einem an sich selbst nicht gefallen, stechen hervor, ja leuchten geradezu, wenn man sich selbst im Spiegel oder auf Bildern sieht - so ist es jedenfalls bei mir. Ganz schön neurotisch. 
 
 

Tibor wohnt in Hofgeismar, ein etwas verschlafenes, aber wunderschönes Städtchen 30km nordwestlich von Kassel. Er sucht momentan (Sep 2001) nach einer Ausbildung - so richtig weiß er wohl noch nicht, wohin es im Leben gehen soll. Aber er ist gerade 20 geworden - das Leben steht noch vor ihm. 

Zwei Wochen nach dem Shoot flog ich nach Los Angeles zurück und blieb dort bis Ende April 2001. Gleich Anfang Mai sah ich in wieder, an alter Stelle, und wir verabredeten uns zu einem zweiten Shoot. 
 

Diesmal sah er ganz anders aus - mit völlig verändertem Haarstil, siehe rechts. Haare machen Leute! Und wie immer beim zweiten Shoot sind die Models noch lockerer und posen noch gewagter, da sie schon Vertrauen aufgebaut haben.
 

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Diese, weitere 75 Bilder von Tibor, und 1000 von 
weiteren 30 Models, auf der MalePerceptions CD 2000
 (c) MalePerceptions, 1999-2004